Als im Jahre 1848 der Braumeister Diedrich König sein Brauhaus aufmachte, gab es allein in Jever und Umgebung über 20 kleine Braustätten und eine stattliche Anzahl von Bierhäusern und Schenken. Diedrich König ließ sich deswegen jedoch nicht erschüttern, sondern glaubte fest daran, dass an seinem Bier etwas besonderes war und sollte recht behalten. Knapp zwanzig Jahre sorgte er für den Aufbau der kleinen Braustatt. Nach seinem Tode verkaufte sein Sohn die Brauerei 1867 an einen gewissen Theodor Fetköter.

Als im Jahre 1848 der Braumeister Diedrich König sein Brauhaus aufmachte, gab es allein in Jever und Umgebung über 20 kleine Braustätten und eine stattliche Anzahl von Bierhäusern und Schenken. Diedrich König ließ sich deswegen jedoch nicht erschüttern, sondern glaubte fest daran, dass an seinem Bier etwas besonderes war und sollte recht behalten. Knapp zwanzig Jahre sorgte er für den Aufbau der kleinen Braustatt. Nach seinem Tode verkaufte sein Sohn die Brauerei 1867 an einen gewissen Theodor Fetköter.

Theo Fetköter war das Energiebündel in Person und seine Familie stand ihm in nichts nach. Ihm reichte es nicht aus, nur ein exzellentes Bier zu brauen - er wollte der Beste am Markt sein. So schaltete er die ersten Anzeigen für sein Bier in der ortsansässigen Zeitung, schaffte spezielle Flaschen für das Bier an und war auch in der Gemeinde Jever aktiv. Sein Hauptaugenmerk aber richtete er auf den technischen Ausbau seines Unternehmens: Zahlreiche Neuerungen führten er und später auch sein Sohn ein. Er ließ nach einer neuen und eigenen Quelle suchen und legte 1894 die erste Wasserleitung für die Brauerei und die Stadt Jever. Mit zahlreichen Modernisierungsmaßnahmen wuchs die Kleinbrauerei zu einer großen Braustätte heran.


Standort der Jever-Brauerei

Der Erste Weltkrieg brach aus und damit begann eine der härtesten Krisen im damaligen Brauhaus. Theodor Fetköter junior, der die Geschäfte seines Vaters übernommen hatte, fiel an der Front. Gerhard Arends führte die Geschäfte weiter. Die Not breitete sich aus. Die wichtigsten Grundzutaten Hopfen und Gerste waren knapp, die Inflation galoppierte und die schwierige Lage machte einen erneuten Verkauf der Brauerei notwendig.

Schon damals war das Bier aus Jever über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Auch im damals fernen Hamburg interessierte man sich für das Friesische Brauhaus. Man wurde sich einig und ab 1922 gehörte das Friesische Brauhaus zu Jever mit zur Bavaria-St.Pauli-Brauerei. In Hamburg und Jever tat sich in den nächsten Jahrzehnten viel. Die Jever Brauerei wurde schwer modernisiert und vergrößert. 1932 konnte man im "Jeverschen Wochenblatt" lesen, dass die Brauerei ein neuzeitlicher Musterbetrieb geworden sei. Gebraut und vertrieben wurde damals Bavaria-St.Pauli-Bier. Erst 1934 wurde zum ersten Male "Jever Pilsener" unter seinem bis heute gültigen Namen verkauft.




Die Krisen der dreißiger und vierziger Jahre und der Zweite Weltkrieg schüttelten das ganze Land. Wegen Kraftstoffmangels bekamen nach der Kapitulation nur noch Selbstabholer Bier. Um es bei der Arbeit warm zu haben, mussten die Mitarbeiter selbst Torf stechen und heizen und der damalige kaufmännische Leiter musste von Bauernhof zu Bauernhof fahren, um die benötigte Gerste einzukaufen oder einzutauschen.

In den Fünfzigern gings bergauf. In Jever wurden verschiedene Biere hergestellt. Der damalige Verkaufsschlager war "Jever Export", das bis 1990 gebraut wurde. Das "Jever Pilsener", wie wir es heute kennen, musste sich erst noch durchsetzen. Auch die Modernisierung schritt voran. Durch den Anstieg des Flaschenverkaufes mussten neue Anlagen angeschafft werden. 1951 gab es eine Flaschenabfüllanlage mit einer stündlichen Leistung von 1000 bis 1200 Flaschen. Mittlerweile sorgt eine moderne Anlage für einen Ausstoß von bis zu 60.000 Flaschen



Die "Pils-Welle" in den 60er Jahren bescherte Jever Pilsener weitere Absatzerfolge. Ein neues Sudhaus musste her. Die erste Baustufe begann 1968. Es folgten neue Maischbottiche, ein Läuterbottich und eine zentrale Reinigungsstation. Auch auf Unternehmensebene tat sich einiges. 1971 ging die Bavaria-St.Pauli-Brauerei in den Besitz des Reemtsma-Konzerns über.

Die Vorbereitungen für ein weiteres Sudhaus begannen Ende der Achtziger Jahre. Der Erfolg: Die jetzige Brauerei ist eine der modernsten Anlagen der ganzen Welt, weiterhin mit dem Wasser der von Theodor Fetköter erschlossenen Quelle gespeist.

1990 findet ein erneuter Unternehmenswechsel statt. Die Bavaria-St.Pauli-Brauerei und damit auch das Friesische Brauhaus zu Jever wechseln zur Gebr. März AG, um von dort 1994 an die Brau und Brunnen AG verkauft zu werden.

Die Produktion entwickelt sich weiter. Ein vorbildliches Umweltmanagement-System sorgt für eine umweltgerechte Herstellung des Bieres und einen effizienten Umgang mit Rohstoffen. Im Jahre 1996 erhält das Friesische Brauhaus zu Jever das international anerkannte ISO 9001 Zertifikat für Qualitätsmanagement auf hohem Niveau. Jever Pilsener erfreut sich weiterhin größter Beliebtheit. So werden auch in Zukunft große Investitionen im technischen Bereich getätigt, um der starken Nachfrage gerecht zu werden.

Anlass zur Freude gab es auch 1998. Das 150jährige Bestehen des Friesischen Brauhauses zu Jever wurde das ganze Jahr mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert.

Quelle: Friesisches Brauhaus zu Jever GmbH & Co. KG





Druckbare Version


Stadt Jever